Am 12.07.2011 wurde im Bezirkskrankenhaus Bayreuth der aktuelle DAK-Gesundheitsreport 2011 präsentiert. Aus diesem geht hervor, dass im Vergleich zum Vorjahr bei fast allen Diagnosen die Krankschreibungen zu genommen haben. Bei den psychischen Erkrankungen gab es einen Anstieg um rund 65 Prozent. Grund dafür waren sowohl mehr Fallzahlen als auch eine längere Erkrankungsdauer von durchschnittlich 34 Tagen pro Fall. Um knapp 26 Prozent zurückgegangen sind hingegen Atemwegserkrankungen. Häufigste Ursache für einen Arbeitsausfall blieben Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen. Die Region lag dabei deutlich über dem Landesschnitt.
Die Höhe des Krankenstandes in Bayreuth und Umland ist ein Signal zum Handeln“, kommentierte Rita Leicht, Leiterin Sercivezentrum, die Ergebnisse. „Auf dem Weg zu einem gesünderen Leben sind Bewegung, Entspannung und die richtige Ernährung wichtig. Wenn es um den Krankenstand in einem Unternehmen geht, können auch die Arbeitgeber handeln. In Sachen betrieblicher Prävention bieten wir unsere Beratung und Kompetenz an.“
Im Mittelpunkt des Gesundheitsreports standen diesmal spezielle Gesundheitsprobleme junger Arbeitnehmer. Nach einer repräsentativen Befragung beurteilen zwar 74 Prozent der erwerbstätigen Bayern unter 30 Jahren ihre Gesundheit als gut oder sehr gut. Gleichzeitig fühlt sich mehr als die Hälfte der Befragten in ihrem Job unterfordert, was langfristig zu Stress und Krankheiten führen kann.
Psychische Erkrankungen betreffen zunehmend auch Jüngere. Hier ist die häufigste Diagnose bei den 15- bis 29-Jährigen die „Somatoforme Störung“, unter der fast jeder zehnte junge Erwerbstätige leidet. Begleitet werden diese Störungen oft von Depressionen, die bereits bei sechs Prozent der jungen Arbeitnehmer in Bayern festgestellt wurden. Für viele Befragte gehört regelmäßiger und starker Alkoholkonsum dazu, um sich nach der Arbeit zu entspannen.
Im Anschluss folgten verschiedene Fachvorträge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirkskrankenhauses. Dr. Roland Härtel-Petri, Leiter Abteilung Klinische Suchtmedizin, und Hella Dr. Schulte-Wefers, Oberärztin Abteilung Klinische Suchtmedizin, referierten zur Alkohol- und Drogenproblematik bei Jugendlichen. Depression bei jüngeren Menschen war das Thema des Vortrags von Dr. Klaus Holstein, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie. Moderne Präventionsmodelle präsentierte Walter Rätzel-Kürzdörfer M.Sc.
Prof. Dr. med. Dr. .h.c. Manfred Wolfersdorf bedankte sich am Ende bei allen Beteiligten für das rege Interesse und würde sich freuen, wenn auch der Gesundheitsreport 2012 der DAK wieder gemeinsam mit dem Bezirkskrankenhaus vorgestellt wird.
Foto von links nach rechts: Hr. Gabeli, DAK, Fr. Leicht, DAK, Hr. Rätzel M. Sc., Leiter der Ergotherapie Be-zirkskrankenhaus Bayreuth, Fr. Dr. med. Schulte-Wefers, Oberärztin Abt. Klinische Suchtmedizin Bezirks-krankenhaus Bayreuth, Hr. Dr. med. Holstein, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Hr. Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfersdorf, Ärztlicher Direktor Bezirkskrankenhaus Bayreuth