Aktuelles aus der Bezirksklinik Hochstadt

 

DROGENBEAUFTRAGTE DER BUNDESREGIERUNG INFORMIERT SICH BEI DER ÄRZTLICHEN LEITUNG DES THERAPIEZENTRUMS HOCHSTADT 

Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler begrüßte am 11.08.2009 die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, die sich über die Behandlungsmöglichkeiten bei Stimulantienpatienten, d. h. Konsumenten von Methamphetamin  wie Crystal-Speed und Speed, informieren ließ.

Der Ärztliche Direktor der Bezirkskrankenhäuser Bayreuth und Hochstadt Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wolfersdorf und der Leitende Arzt der Bezirksklinik Hochstadt Dr. Roland Härtel-Petri gaben der Drogenbeauftragten einen umfassenden Einblick in die Arbeit mit Methamphetamin-Abhängigen.
 
Hierbei stimmten diese ausdrücklich der Schwerpunktsetzung der Drogenbeauftragten auf den Alkoholkonsum auch der Erwachsenen zu, zumal In der Gesellschaft eine weit verbreitete, unkritisch positive Einstellung zur Einstiegsdroge Alkohol vorherrscht.

Sabine Bätzing machte ihr Interesse auch an dem bundesweit zwar zahlenmäßig noch geringem, aber erheblich zunehmendem Stimulantienproblem deutlich.  Stimulantienpatienten bräuchten bei einem Veränderungswunsch einen Beratungs- oder Aufnahmetermin in einer Klinik innerhalb von 24 Stunden, dies sei in amerikanischen Leitlinien so festgelegt und werde auch von seinem Team so erfolgreich praktiziert, so Dr. Härtel. Dies sei erwiesenermaßen hilfreich, um diese Patienten, die sehr häufig durch die „Paranoia“, d.h. Verfolgungswahn, gequält seien, durch das Hilfssystem zu erreichen. Denn durch die starke Nervenzellschädigung und die besondere Wirkung hätten Crystalkonsumenten große Schwierigkeiten mit dem Einhalten von Terminen. Dr. Härtel bedauerte, dass dies nicht von allen Suchtberatungen umgesetzt werde.

In der Therapie müssten auch die speziellen Motive der Stimulantienpatienten für den Konsum vermehrt berücksichtigt werden, so Dr. Härtel: Themen der Therapie seien auch Gewichtszunahme, längerfristige Antriebsstörungen, Freudlosigkeit, Depressivität mit Selbstmordgedanken, paranoidem Erleben (Verfolgungswahn) und die unter Crystalspeed praktizierte gierige Sexualität damit dieses nicht zum Rückfallgrund werde. 

 „Wir betrachten die seit Jahren zunehmende Zahl an erstauffälligen Konsumenten von Amphetamin und Methamphetamin mit großer Sorge“, so Dr. Härtel-Petri beim Rundgang durch die Station. Die Methamphetamin-Abhängigkeit sei zwar bisher nur ein größeres Problem in Thüringen, Sachsen und Bayern. Das liege an der Nähe zu Tschechien, wo laut Härtel-Petri in illegalen Labors Crystal aus Ephedrin gekocht werde, einem Wirkstoff in Hustenmitteln.

Es sei allerdings unwahrscheinlich, so Dr. Härtel-Petri weiter, dass Deutschland vom weltweiten Trend der Methamphetamin-Abhängigkeit ausgenommen bleibt. Seit  ca.10 Jahren werden immer mehr Drogenkonsumenten mit amphetaminartigen Stimulantien in ihrem Besitz gefasst. Dies sei ein möglicher Hinweis auf ein zunehmendes Problem auch im Bundesgebiet, obgleich in Oberfranken sich die Lage zuletzt stabilisiert habe, so Dr. Härtel-Petri.
 
Hintergrundinfos zu Crystal-speed finden sich auch auf der Homepage des BKH Hochstadt:
http://www.bezirkskliniken-oberfranken.de/pages/html/hochstadt/infomaterial_zum_download/infomaterial.html 
 

 

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