Heute wissen wir, dass die Folgen dieser Erkrankung nicht nur die Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung am Tage und daraus resultierender Unfallgefahr ist; erhöhter Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Verschlchterung einer bestehenden Zucker-krankheit können die Folgen sein. Auch Herzinfarkte und Schlaganfälle in den frühen Morgenstunden dürfte auf das Konto schlafbezogener Störungen der Atmung gehen.
Bei Einschlafattacken am Tag sollte eine vollständige Schlafdiagnostik erfolgen. Im Schlaflabor des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg, kümmert man sich seit mehr als 17 Jahren in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik um diese Probleme.
Bei einer Untersuchung im Schlaflabor werden zahlreiche Signale wie Hirnströme, Augenbewegungen, Muskelspannung am Kinn und den Beinen, EKG, Atemströmung an Mund und Nase, Atembewegungen von Brustkorb und Bauch, Sauerstoffsättigung im Blut und Kohlendioxidspannung im Blut aufgezeichnet.
Gerade bei Beschwerden mit Tagesmüdigkeit und Einschlafneigungen am Tage kann eine Ableitung notwendig sein. Hier wird der Patient am Folgetag fünf Mal in zweistündigen Abständen in einem vollständig verdunkelten Raum ins Bett gelegt und ähnlich wie in der Nacht überwacht. Die seltenere Narkolepsie macht sich hierbei durch Einschlafattacken mit Auftreten von Raumschlaf kurz nach dem Einschlafen bemerkbar. Auch die Behandlung dieser Patienten kann hierbei eingeleitet und überprüft werden.
Neben diesem schlafmedizinischen Verfahren werden durch die Psychologen der Psychiatrischen Klinik auch testpsychologische Verfahren vorgehalten, auf die gerne zurückgegriffen wird. Nicht nur organische Erkrankungen können zur Tagesmüdigkeit und vermehrter Erschöpfbarkeit führen, sondern auch psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen und Verhaltensstörungen.
Diagnostik und Therapie weiterer Schlafstörungen
Durch die enge Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, sind wir auch in der Lage, die nicht minder häufigen, aber schwieriger zu diagnostizierenden, Schlafstörungen aus dem Bereich des Nervensystems (Syndrom der ruhelosen Beine) oder der Psyche (Depression, Schlaflosigkeit) diagnostizieren und behandeln zu können.
Schlafstörungen sind häufig Ursache für Unfälle
Die Bedeutung der schlafmedizinischen Untersuchungen wird besonders hervorgehoben durch Untersuchungen des TÜV Süddeutschland, nach denen mehr als ein Drittel der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten oder Toten auf das Konto von Störungen des vorausgegangenen Schlafs zurückzuführen sind. Auch die großen menschgemachten Katastrophen der letzten Jahrzehnte, Tschernobyl, Bhopal, Höchst und zuletzt der Flugunfall bei Überlingen, beruhten auf einer verminderten Leistungfähigkeit während der Nachtarbeit.
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