Bezirksklinik Hochstadt

(Oberfranken/Nordbayern)

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Suchtfachklinik -

Therapiezentrum für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige

 
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Aktuelles:

Bezirksklinik Hochstadt:

Aktuelles aus der Bezirksklinik Hochstadt

 

10. HOCHSTADTER GESPRÄCHE AM 23.06.2010

"Teilhabe am Berufsleben - Therapieziel auch bei comorbiden Störungen".

Das diesjährige Thema der mittlerweile jährlich stattfindenden Hochstadter Gespräche, die Integration von süchtigen Menschen in Arbeit, fand bei ca. 180 Fachleuten am 23.10. 2010 in der Katzogelhalle in Hochstadt eine rege Resonanz. Der Leitende Arzt der Bezirksklink Hochstadt, Dr. med. Roland Härtel-Petri, erläuterte anhand wissenschaftlicher Studien, dass sich die Erfolgsraten nach einer Entwöhnungsbehandlung je nach Vorhandensein einer Arbeitsstelle ganz erheblich unterschieden.

 Blieben vor Therapieantritt arbeitslose Süchtige nach Therapie weiter arbeitslos, so konnten nur 59% ihre Abstinenz über 6 Monate halten. Wer aus einem laufenden Arbeitsverhältnis kam, war dagegen mit 84%iger Wahrscheinlichkeit ein halbes Jahr nach erfolgreichem Therapieende noch abstinent. Wer während der Therapie oder bei den daran anschließenden Adaptionsmöglichkeiten aber eine neue Arbeitsstelle fand, der konnte diese Chance ebenfalls auf 83% erhöhen. Diese deutliche Verbesserung des langfristigen Rehabilitationsergebnisses war für viele Besucher überraschend und Anlass reger Diskussion.
 
Verschiedenste Möglichkeiten,  um dieses Ziel, die Teilhabe und Integration in Arbeit zu erreichen, waren Themen der zum Teil weit angereisten Fachreferenten. Dr. Härtel berichtete, wie sehr sich das Stimulantienproblem wie befürchtet nicht nur in Oberfranken sondern bundesweit weiter ausgebreitet habe. 20-30% der Patienten in der auf Crystalspeed spezialisierten Suchtfachklinik Hochstadt kämen genau wegen dieses in Hochstadt vorgehaltenen Therapieangebotes. Als Suchtmediziner müsse er „Lobbyist der an einer Sucht erkrankten Bürger“ sein und mahnte hierbei, dass die Medien bei der Diskussion um Braindoping eine sehr unrühmliche Rolle spielten und den DAK-Report aus dem Jahre 2009 ständig ungelesen falsch zitierten und für die Amphetamine fast Werbung machten. Er forderte auch, die Präventionsarbeit der Suchtberatungsstellen dürfe nicht in die gesetzliche Krankenkasse verlagert oder gar weiter zusammengestrichen werden. Die bedrohlichen Zahlen zum jugendlichen Komasaufen, die weiter zunehmende Anzahl an amphetaminabhängigen jungen Menschen, die Internet- und Spielsucht mache im Gegenteil vermehrte Bemühungen nicht nur bei den Suchtberatungen sondern auch den Kontrollorganen des Jugendschutzes notwendig. Ohne Präventionsarbeit würden die Suchttherapeuten immer nur unnötigen Erkrankungen hinterher laufen.

Abgerundet wurde der Tag mit einem Dia-Reisebericht über eine Alpenüberquerungen auf Schusters Rappen mit substituierten Opiatabhängigen für die dieses Erleben und der Erfolg ein Anreiz darstellte sich ach sonst wieder „dem Leben zu stellen“. Härtel-Petri lobte zum Ausklang unter Hinweis auf die Studienergebnisse ausdrücklich den professionellen Umgang verschiedener großer, lokaler Unternehmen die sich bemühten ihre suchtmittelabhängigen Mitarbeiter bei der Bewältigung ihrer Sucht nicht „fallen zu lassen“ und er wünschte sich für die jungen Hochstadter Patienten mehr Praktikumsmöglichkeiten in der Umgebung. Der Leiter der Hochstadter Adaption Ulrich Seitz freue sich auf Angebote für seine Patienten.
 
Bezirkstagspräsident Dr. Günter Denzler
begrüßte die zahlreichen Gäste
Dr. Roland Härtel-Petri erläuterte das neue
Stimulantientherapiekonzept der Klinik
Rund 180 Teilnehmer/innen besuchten die Fachtagung
An Speis und Trank mangelte es nicht
 

Weitere Informationen sowie die Vorträge zum Download finden Sie unter Fachinformationen.

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