Bezirksklinik Hochstadt

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Aktuelles aus der Bezirksklinik Hochstadt

 

17. HOCHSTADTER GESPRÄCHE

„Neues aus der Sucht“: Die Brisanz wird weiter steigen

 
 
 
 


 „Sucht bewegt unsere Gesellschaft seit Anbeginn, auch wenn sich die Thematik durch neue Drogen gewandelt hat. Und die Brisanz wird weiter steigen“, prophezeite Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler in seiner Begrüßungsrede zu den 17. Hochstadter Gesprächen. Fachleute aus allen Berufsgruppen kamen in der gut gefüllten Katzogel-Halle zusammen, um „Neues aus der Sucht“ zu erfahren und miteinander zu diskutieren. Dr. Denzler betonte, dass ihm der Kampf gegen die Sucht ein wichtiges Anliegen sei, eine Schaffung von Drogenkonsumräumen, die derzeit diskutiert wird, aber für ihn keine Lösung darstelle.
GeBO-Vorstand Katja Bittner stellte klar, dass Patienten im Idealfall vor, während und nach ihrer Krankheit erreicht werden müssten: „Das ist unser Auftrag. Und dafür ist jeder Euro, der investiert wird, nicht nur moralisch, sondern auch wirtschaftlich wichtig und richtig.“ Die Hochstadter Gespräche mache aus, dass der Austausch von Alltagsproblemen und Fachleuten genauso wichtig sei wie die einzelnen Vorträge. Der Leitende Ärztliche GeBO-Direktor Professor Thomas Kallert stellte klar, dass Suchterkrankungen ein Fachgebiet mit ständig neuen Herausforderungen seien und dass man beim Organisieren der Veranstaltung versucht habe, möglichst aktuelle Themen herauszufiltern.


Die neue S3-Leitlinie

Dr. Roland Härtel-Petri, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Bayreuth, stellte die neue S3-Leitlinie Methamphetaminbezogene Störungen vor, an deren Entwicklung er beteiligt war. Diese Leitlinie – im Falle der Klassifizierung S3 hat sie alle Elemente einer systematischen Entwicklung durchlaufen (Logik-, Entscheidungs- und Outcome-Analyse, Bewertung der klinischen Relevanzwissenschaftlicher Studien und regelmäßige Überprüfung) – soll Ärzte, Angehörige anderer Gesundheitsberufe und Patienten bei ihren Entscheidungen über die angemessene Gesundheitsversorgung unter spezifischen klinischen Umständen unterstützen. Sie sind – anders als Richtlinien – nicht bindend und müssen an den Einzelfall angepasst werden. Die Relevanz der neuen Leitlinie begründete Dr. Härtel-Petri so: „Methamphetamine werden weltweit am häufigsten konsumiert, bei über 51 Prozent der erstauffälligen Erstkonsumenten wird Amphetamin-Missbrauch festgestellt. Damit richtet sich die neue Leitlinie an alle, die Kontakt mit Konsumenten haben, nicht nur das ärztliche Personal, sondern auch Erzieher, Ordner oder Mitarbeiter von Selbsthilfegruppen. Inhaltlich setzt sich die Leitlinie mit einzelnen Merkmalen der Behandlung auseinander, die von den Experten unterschiedlich deutlich (soll, sollte, kann) empfohlen werden. So gibt es zum Beispiel eine deutliche Empfehlung zur Verwendung von Drogen-Schnelltests in Suchtberatungsstellen. Erstrebenswert sei auch die gute Zusammenarbeit aller im Behandlungsteam Beteiligten, um bei Klienten zuverlässig festzustellen, ob noch konsumiert wird (Fragestellung: Wer kennt den Patienten in Abstinenz?). Der Grund dafür ist, dass eine zunehmende Zahl von Substanzen nicht mehr nachweisbar ist. Konkrete Hinweise auf eine Methamphetaminabhängigkeit sieht laut Dr. Härtel-Petri als einer der Ersten der Zahnarzt – ideal für die Frühintervention. Neben Suchtpräventionsmaßnahmen für die Schulklassen 8 bis 12 empfiehlt die Leitlinie zum Beispiel auch Hilfsangebote für ehemalige Konsumenten in Suchtberatungsstellen (Dr. Härtel-Petri: „Das ist nicht selbstverständlich.“) ebenso wie den Entzug begleitende Medikamente, deren Wirkung durch Studien belegt ist.

Neue Konsummuster?

In seinem Vortrag „Neue Konsummuster bei Jugendlichen – Welche Konsummuster?“stellte Dr. Volker Barth, Geschäftsführer und Klinikleiter der Fachklinik Schlehreut fest, dass der Konsum von Drogen wie Koffein, Nikotin und Alkohol in der deutschen Gesellschaft etabliert und akzeptiert sei, was bedingt auch für weiche Drogen gelte. Eine Ausnahme machten harte Drogen wie Heroin, Kokain und Crystal, die gern in eine „Schmuddelecke“ abgeschoben würden. Und er stellte auch klar, dass der Konsum von Suchtmitteln bei Jugendlichen nicht sofort Zeichen einer Störung ist. Als mögliche Gründe nannte er die demonstrative Vorwegnahme des Erwachsenenalters, die bewusste Verletzung der elterlichen Kontrolle, ein Mangel an Selbstkontrolle, die Suche nach Grenzerfahrungen sowie Gruppenzwang. Und wie sollen Erwachsene bzw. Eltern darauf reagieren? Zunächst sollten sie keine Panik bekommen, aufmerksam den eigenen Drogenkonsum überprüfen (Vorbildfunktion), eine tragfähige Beziehung zum Jugendlichen aufbauen (vor dem Drogenkonsum!!!), Verhaltensveränderungen beobachten, ohne sie zu dramatisieren, Kontakt und Gespräche sowie professionelle Hilfe suchen.
Keine Entwarnung gibt es laut Dr. Barth beim Konsumverhalten von Jugendlichen. Trotz angeblich stetig steigender Zahl von Alkohol-Abstinenzlern und Nie-Rauchern gäbe es keine veränderten Zahlen bei riskantem Alkoholkonsum und Alkoholvergiftungen. Bei der eigenen Untersuchung einer jugendlichen Risikogruppe stellte Dr. Barth unter anderem fest, dass es in den betroffenen Familien eine hohe Anzahl an Suchtauffälligkeiten, eine hohe Zahl an psychischen Erkrankungen sowie an Vorstrafen gab. Ebenso auffällig war die hohe Anzahl an Scheidungskindern in der Risikogruppe. Als „typischen“ Verlauf der Suchtkarriere werden im ersten Jahr Alkohol und Zigaretten (Alter ca. 11/12 Jahre), im zweiten/dritten THC und Räucherwerk (Alter ca. 13/15) und im ungefähr fünften Jahr harte Drogen konsumiert (Alter ca. 15/17).


So funktioniert BORA

In der Fachklinik Hirtenstein, deren Chefärztin Dr. Ursula Fennen den dritten Fachvortrag hielt, werden suchtkranke Männer (Alkohol, Medikamente, Spielsucht) behandelt. Seit einigen Monaten wird dort ein besonderes Augenmerk auf das Konzept BORA (Beruflich orientierte Rehabilitation Abhängigkeitskranker) gelegt. Um die gesamte Reha auf die schnellst- und bestmögliche Erlangung der Erwerbsfähigkeit zu konzentrieren, werden die Patienten dort in fünf unterschiedliche BORA-Gruppen eingeteilt: Menschen mit sicherem Arbeitsplatz, mit unsicherem Arbeitsplatz, seit maximal einem Jahr arbeitslos, mit längerer Arbeitslosigkeit und Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen (z.B. Rentner, Studierende). Dr. Fennen: „Bei der Planung befürchteten wir, dass sich elitäre Gruppen bilden könnten, dass die Gruppendynamik leiden würde oder dass Gruppeneffekte ausbleiben könnten.“ Auch wenn es für eine abschließende Beurteilung dieses neuen Ansatzes noch zu früh sei, ergab die erste auswertende Befragung, dass es durch die neue Einteilung zur rascheren Integration neuer Patienten komme, dass konzentriert und zielgerichtet in den Gruppen gearbeitet wird, dass es durch gemeinsam geteilte und einfühlbare Erlebnisse eine gute Gruppenkohäsion gibt, dass die (sozial bedingten) Konflikte in den Gruppen nachlassen und dass es bei den Patienten eine hohe Anschlussfähigkeit von Gruppen- zur Einzeltherapie gibt. 

 

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Letzte Aktualisierung am 09.06.2017





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