Bezirksklinik Hochstadt

(Oberfranken/Nordbayern)

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Suchtfachklinik -

Therapiezentrum für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige

 
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Aktuelles:

Bezirksklinik Hochstadt:

Aktuelles aus der Bezirksklinik Hochstadt

 

16. HOCHSTADTER GESPRÄCHE

Neue Süchte brauchen neue Konzepte
 
Auch die 16. Auflage der Hochstadter Gespräche in der Katzogelhalle war ein voller Erfolg – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zahl der Anmeldungen übertraf in diesem Jahr erstmals die aus Gründen des Brandschutzes begrenzte Teilnehmerzahl, so dass einigen Interessierten abgesagt werden musste. Die große Nachfrage von Fachleuten der verschiedensten Berufsgruppen zeigt, wie gesellschaftlich brisant das diesjährige Thema ist: „Kindheit, Jugend, Familie und Sucht“.
 
Neben den aktuellen Informationen aus den verschiedenen Vorträgen und Workshops nutzen viele Teilnehmer der Hochstadter Gespräche die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen.

Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass nicht intakte Familien und unvollständige Familiensituationen mit dazu führten, dass immer mehr Jugendliche die Flucht im Konsum von Rauschmitteln und Drogen suchten. Die Konsequenz daraus ist, dass der Anteil von jungen Frauen und Männern zwischen 16 und 20 Jahren innerhalb der Patientengruppe stetig ansteigt. Umso erfreulicher sei es, dass die Bettenzahl in der Bezirksklinik Hochstadt um 15 auf 65 gesteigert werden konnte und so unter dem neuen Leiter Oberarzt Valentin Tolstov noch mehr Patienten nach ihrem Entzug in den speziellen Suchtabteilungen an den Standorten in Bayreuth und Kutzenberg in das 24-wöchige Reha-Programm aufgenommen werden können.

Katja Bittner, Vorstand des Kommunalunternehmens Kliniken und Heime des Bezirks Oberfranken wies darauf hin, dass dem zunehmenden Druck der Kostenträger mit der Bündelung aller gesellschaftlichen und politischen Kräfte begegnet werden müsse: „Auch wenn die Kostenträger es vielleicht gern so hätten, kann Sucht nicht in wenigen Tagen behandelt werden. Die Vorschläge zur Umsetzung der weiteren Ökonomisierung sind wenig brauchbar. Wir haben die Aufgabe, die Praktikabilität zum Wohle unserer Patienten im Auge behalten.“

Der Ärztliche Direktor Professor Manfred Wolfersdorf machte in seiner Begrüßungsrede darauf aufmerksam, dass die Zahl der Stimulanzienabhängigen in Bayern überproportional hoch ist und zwei Drittel dieser Männer und Frauen unter 30 Jahren sind. Anders sieht es bei der Sucht im Alter aus. Gut ein Drittel (34 Prozent) aller Alkoholabhängigen ist älter als 50 Jahre.

In seiner Ankündigung auf den ersten Vortrag machte Chefarzt Dr. Helmut Niederhofer darauf aufmerksam, dass man es zunehmend mit neuen Süchten zu tun hat, für die es  neue Konzepte braucht: „Bei nicht stoffgebundenen Süchten wie Handy- oder Computernutzung können wir nicht auf einen kompletten Entzug setzen. Das ist irreal und funktioniert einfach nicht.“

Um die Problematik neuer Illegaler Drogen ging es auch im Vortrag zum Thema Jugend und Drogen von Dr. Petra Werner, Oberärztin aus dem kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost (Haar). Sie wies darauf hin, dass die sogenannten „Legal Highs“ wie „Badesalze“ oder „Kräutermischungen“, deren Inhaltsstoffe noch überwiegend unerforscht seien und die sich ständig neu und wechselnd zusammensetzten, bei den Patienten teilweise zu Psychosen mit extrem hoher Dynamik führten. Als Konsummotivation nannte die Expertin die leichte Verfügbarkeit über das Internet, die fehlende Nachweisbarkeit und den geringen Preis.
 
Dr. phil. Volker Barth, Geschäftsführer und Klinikleiter der Fachklinik Schlehreuth, referierte über die Arbeit in seiner Klinik zum Thema „Kinder in der Entwöhnung – Belastung oder Motivation“ und kam zu dem Schluss, dass die Präsenz ihrer Kinder für die betroffenen Patientinnen während des regulär sechsmonatigen Klinikaufenthalts letztendlich beides sei – sowohl Belastung als auch Motivation.
 
In dem letzten Vortrag der 16. Hochstadter Gespräche präsentierte Professor Dr. Michael Soyka, Ärztlicher Direktor der Privatklinik Meiringen/ Schweiz, die aktuellen Ergebnisse der Therapieforschung zu Suchterkrankungen und Risikofaktoren. Unter seiner Leitung und im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums nimmt die Bezirksklinik Hochstadt ab 2017 an einer Studie zur Evaluation der ATS-Gruppe (Amphetaminartige Substanzen) teil.
 
  
Foto (von links): Leitende Psychologin Annegret Sievert, Standortleiter Bernhardt Gehringer, Oberarzt Valentin Tolstov,  Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Wolfersdorf, Vorstand Katja Bittner und Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler freuen sich über das riesige Interesse an der Fachtagung. Die Veranstaltung war ausgebucht.
 
 
 


 

 

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Letzte Aktualisierung am 10.06.2016





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